Obsidian und Onyx (Armentrout)

alienitis

Klappentext des ersten Teils:

Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …

 

Meine Meinung:

Zugegebenermaßen, ich war skeptisch als ich die Inhaltsangabe überflog. Später sollte ich erfahren dass zu Licht gewordene Außerirdische, die in einem Kaff bei West Virginia leben, die unglaublich gutaussehenden Nachbarn der Hauptprotagonistin darstellen. Kam mir komisch vor, dann jedoch erinnerte ich mich, dass glitzernde übernatürliche Jungs/Männer ja momentan der letzte Schrei sind (ist Edward denn noch sexiest man alive oder werde ich alt?). Nun gut, es war jedenfalls spät und ich brauchte meinen (Lese-) Stoff. Als ich das Buch dann auf mein ebook lud verbrachte ich die halbe Nacht lesend. Der Schreibstil ist typisch für Jugendbücher, keine Fachausdrücke die man googlen müsste und dementsprechend stört auch nichts den Lesefluss. Auch typisch ist die Konstellation in der sich die Heldin (Katy) befindet: sie befreundet sich mit der übernatürlichen Nachbarin und ihrem als unerhört attraktiv geltenden und dabei mindestens genauso unverschämten Bruder. Dass dieses Spannungsverhältnis in eine Schwärmerei gipfelt war klar, dass sich die Beziehung der beiden aber sehr authentisch über die Teile hinweg entwickelt, nicht. Dies hat mich sehr positiv überrascht (thumbs up). Allerdings lässt sich hier anmerken dass Katy jedes andere männliche Wesen nach diesem anfänglich schlechten Benehmen wohl keines Blickes mehr gewürdigt hätte. Bei Daemon wird sie aber immer wieder wegen seines athletischen Körperbaus und seinen wohl engelsgleichen Gesichtszügen schwach und nur deswegen kommt es überhaupt zu Annäherungen. Hier wäre es wohl pädagogisch wertvoller (und auch sympathischer) wenn die Protagonistin sich nicht dem arroganten Schönling hingibt, aber dafür ist dieses Buch zu typisch für das Genre.

Im zweiten Teil des Buches erstaunt die Autorin auch mit mehr Gewaltdarstellungen, es geht nicht mehr so ruhig wie im ersten Teil zu. Ich persönlich habe nichts gegen diese Entwicklung und finde das macht das Ganze spannender. Gerade "graue" (nicht gute, nicht bösartige) Charaktere sind ja oft die faszinierendsten, wobei Katy trotz ihrer steigenden Bereitschaft zu töten sehr, sehr "weiß" bleibt. Die Prioritäten ihres Charakters hat man schnell verinnerlicht und diese ändern sich auch nicht mehr, es bleibt bei "Daemon über allem".

Also zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für das Genre typische Teile sind, diese überzeugen dabei aber durch liebenswerte Charaktere, relativ nachvollziehbare Taten und immer wieder neue Herausforderungen die auf die Katy und Daemon zukommen. Wer Fantasy mag und nichts gegen die typische Flirterei der typischen Protagonisten hat, der wird dieses außerirdische Werk von Armentrout lieben und sich, genau wie Katy etwas mit "Alienitis" infizieren ;)

Ich persönlich habe die ersten beiden Teile der Obsidianreihe durchaus genossen und freue mich auf mehr, gerade der Cliffhanger am Ende des zweiten Teils ist sehr gemein. Ich bewerte das Buch mit 4/5 Punkten

Viel Spaß beim Lesen!

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